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Labordiagnostik - Durchflusszytometrie


Bei der Durchflusszytometrie („Fluorescence-Activated Cell Sorting“ [FACS]) handelt es sich um eine relativ junge Labortechnik,  die in der Medizin vor allem für die Untersuchung zellulärer Bestandteile des Blutes und des Knochenmarks eingesetzt wird. Die Methode erlaubt die Abgrenzung von Zellpopulationen, die sich beispielsweise durch Größe, Granularität und Antigeneigenschaften unterscheiden.

 

In unserer Einrichtung führen wir derzeit folgende Untersuchungen mittels Durchflusszytometrie durch (Stand 05/2015):

 

Zellulärer Immunstatus: Die Untersuchung ergibt Aufschluss über die prozentuale Verteilung von Immunzellen im Blut. Es können beispielsweise Lymphozyten in T-Zellen (T-Helferzellen, zytotoxische T-Zellen) und B-Zellen unterschieden und quantifiziert werden. Die Methode ist wichtig für den Nachweis und die Charakterisierung eines zellulären Immundefektes sowie auch zur Therapiekontrolle und Therapiesteuerung von Immundefekten wie der HIV-Infektion.

 

Nachweis von thrombozytären Defekten (Thrombozytopathien): Mit der Durchflusszytometrie sind Nachweis und Charakterisierung von thrombozytären Defekten, die mit einer Blutungsneigung assoziiert sind (Thrombozytopathien), möglich. Insbesondere lassen sich hiermit thrombozytäre Rezeptordefekte (Thrombasthenie Glanzmann, Bernard-Soulier-Syndrom) und Defekte der thrombozytären Granula („Storage Pool Defects“ [SPD]) nachweisen. Bei diesen Defekten stellt die adäquate Diagnostik mittels Durchflusszytometrie die Grundlage für eine optimale Therapie dar.

 

Nachweis und Quantifizierung retikulierter Thrombozyten: Mit der Durchflusszytometrie lässt sich unter den Thrombozyten die sogenannte „Immature Platelet Fraction“ (IPF) abgrenzen, die junge retikulierte Thrombozyten beinhaltet. Die Bestimmung der IPF ermöglicht eine Beurteilung der Thrombozytenbildung im Knochenmark und ist wichtig zur Differenzialdiagnostik von Thrombozytopenien sowie zur Differenzialtherapie bei thrombozytopenischen Patienten.

 

Testung auf Resistenz gegen Thienopyridine (Clopidogrel, Prasugrel): Durch eine durchflusszytometrische Analyse der Phosphorylierung des thrombozytären VASP-Proteins („Vasodilatator-stimuliertes Phosphoprotein“), die abhängig von der ADP-induzierten Plättchenaktivierung über den P2Y12-Rezeptor ist, ist die Erfassung des Effektes von Thienopyridinen wie Clopidogrel und Prasugrel und der Ausschluss von Resistenzen gegen diese Plättchenfunktionshemmer möglich. In diesem Assay wird zur Bewertung der Plättchenfunktionshemmung der sogenannte „Platelet Reactivity Index“ (PRI) herangezogen.

Diagnostik und Behandlung von Gerinnungsstörungen in einer Hand.