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Labordiagnostik - Gerinnungsdiagnostik


Entsprechend dem Schwerpunkt unserer Einrichtung stellen Gerinnungsuntersuchungen den Schwerpunkt des Leistungsspektrums unseres Laboratoriums dar. Diese Untersuchungen dienen dem Nachweis und der Charakterisierung von Gerinnungsstörungen, die mit einer Blutungsneigung (hämorrhagische Diathese), Thromboseneigung (thrombophile Diathese) oder einer Neigung zu Fehlgeburten (Abortnei- gung) und Schwangerschaftskomplikationen assoziiert sind.

 

Grundsätzlich können verschiedene diagnostische Verfahren unterschieden werden:

 

Koagulometrische/chromogene Gerinnungsuntersuchungen: Mit koagulometrischen Messverfahren kann die Aktivität zahlreicher Kompo- nenten des Gerinnungssystems analysiert werden; hierbei wird nach Aktivierung der Gerinnung die Fibrinbildung durch Nachweis einer Trübung erfasst (Turbidimetrie), wodurch je nach Ansatz auf die Aktivität bestimmter Gerinnungskomponenten geschlossen werden kann. Ferner können sogenannte Latex-verstärkte Immunoassays durchgeführt werden, bei denen spezifische Antikörper gegen Gerinnungs- komponenten eingesetzt werden; durch Bindung der an Latexpartikel gebundenen Antikörper kommt es zu einer Trübung, aus deren Intensität die Konzentration der jeweiligen Gerinnungskomponenten ermittelt werden kann. Schließlich können sogenannte chromogene Messverfahren eingesetzt werden, bei denen es durch die spezifische Spaltung von Substraten zu einer Farbreaktion kommt, aus deren Intensität wiederum auf die Aktivität von Gerinnungskomponenten geschlossen werden kann.

 

Auf den hier genannten Messverfahren basieren die meisten der bei uns durchgeführten Untersuchungen, etwa die Bestimmung der Gruppentests“ der Gerinnung, die Messung der Aktivitäten der Gerinnungsfaktoren und der Gerinnungsinhibitoren, die Bestimmung von D-Dimeren und Fibrinspaltprodukten (FSP) sowie die Bestimmung der Wirkung/Konzentration von parenteralen und oralen Antikoagulanzien, etwa den „neuen“ direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) Dabigatran-Etexilat, Rivaroxaban und Apixaban.

 

Enzymimmunoassays (ELISA): Hierbei werden antigene Strukturen auf Zielproteinen mittels enzymmarkierter spezifischer Antikörper nach- gewiesen. Hierdurch sind in unserer Einrichtung die Quantifizierung/Konzentrationsbestimmung sowie in manchen Fällen auch Untersuchungen zur Aktivität von Komponenten des Hämostasesystems möglich. Beispiele für den Einsatz des ELISA in unserem Labora- torium sind die Bestimmung der Protein C- und Protein S-Konzentration sowie die Bestimmung der Aktivität und Konzentration des Plasmi- nogen-Aktivator-Inhibitors (PAI-1).

 

Thrombozytenfunktionsdiagnostik: Zur Analyse der Thrombozytenfunktion wird in unserer Einrichtung insbesondere die „klassische“ Aggre- gometrie n. Born eingesetzt; hierbei wird die Thrombozytenfunktion durch Messung der Aggregation nach Stimulation mit verschiedenen Agonisten überprüft.   Als weiteres Verfahren kommt die Bestimmung der Verschlusszeiten im „Platelet-Function-Analyzer“ (PFA) zum Einsatz; neben einer Erfassung von Störungen der Thrombozytenfunktion hat diese Methode auch eine hohe diagnostische Sensitivität für das von-Willebrand-Syndrom. Abgesehen von der Diagnostik und Charakterisierung von angeborenen oder erworbenen Störungen der Plättchenfunktion, die in unserer Einrichtung ggf. durch die Durchflusszytometrie erweitert werden kann, ist mit diesen Verfahren auch eine Einschätzung der Wirkung von Plättchenfunktionshemmern wie Acetylsalicylsäure oder Thienopyridinen (z.B. Clopidogrel, Prasugrel), möglich.

Diagnostik und Behandlung von Gerinnungsstörungen in einer Hand.